Verkehrsprobleme jetzt angehen und in den kommenden 10 Jahren lösen! (Dr. Michael Mattar, Stadtrat, Fraktionsvorsitzender)

05. Februar 2018

Verkehrsstaus, überfüllte S- und U-Bahnen fehlende Radwege. Überall im Großraum München ist der Verkehr am Anschlag und beeinträchtigt die Lebensqualität. Die weitere Bevölkerungszunahme wird die Probleme noch deutlich verschärfen. Zudem erfolgt der Ausbau der Verkehrskapazitäten, wenn überhaupt, nur unkoordiniert, ohne Gesamtkonzept und viel zu schleppend.

Dies zeigen auch die Planungen der Bahn (www.bahnausbau-muenchen.de). Wenn die Inbetriebnahme einer kleinen Maßnahme (40 Millionen Euro) wie der Regionalzughalt Poccistraße erst 2026 erfolgen soll, obwohl 2018 bereits die Genehmigungsplanung erstellt wird oder die Daglfinger Kurve, die den Güterverkehr auf dem Südring verringern soll, auch erst 2027 erstellt wird (Baurecht 2021/22), zeigt dies, dass die Probleme dramatisch zunehmen werden, und wirkliche Verbesserungen erst am Ende der 2020er Jahre oder sogar erst in den 2030er Jahren (Flughafenanbindung) in Sicht sind.


Die FDP will deshalb folgendes erreichen:

  1. Für die gesamte Metropolregion München braucht es eine Gesamtverantwortung für alle Verkehrsfragen, die aus einer Hand, mit klaren Priorisierungen und Zeitplänen den Verkehrskollaps verhindert.
  2. Der Verkehr wird sich in den kommenden 10 bis 15 Jahren nicht nur weiter erhöhen, sondern die Mobilität insgesamt wird sich teilweise grundlegend verändern. Autonomes Fahren wird Individual- und öffentlichen Personenverkehr verbinden und revolutionieren. Mobilität muss neu gedacht werden.
  3. S-Bahn und Regionalverkehr müssen zusammengeführt werden. Die Region München ist größer als das heutige S-Bahnnetz. Das Wachstum findet zudem auch außerhalb statt und gerade die größeren Städte wie Augsburg, Landshut und Rosenheim bieten mehr Möglichkeiten des Wohnungsbaus als kleine Tausend-Einwohner-Gemeinden. Nur wenn entlang der bestehenden Verkehrsachsen geplant wird, kann die Region das Bevölkerungswachstum bewältigen
  4. Die Anbindung des Flughafens aus Richtung München muss weit schneller als erst in den 2030er Jahren kommen. Der 4-gleisige-Ausbau der Bahnstrecke vom Leuchtenbergring bis Johanneskirchen muss deshalb parallel zur 2. Stammstrecke angegangen und realisiert werden. Außerdem braucht der Flughafen bis 2030 endlich auch den Anschluss an den Fernverkehr der Bahn (Intercityhalt).
  5. Sowohl der Bahnnordring als auch der Bahnsüdring müssen so ertüchtigt werden, dass Verbindungen jenseits der Innenstadt schneller erfolgen können und die Überlastung auch des U-Bahnnetzes vermindert wird. Diese Vorhaben müssen schnellstens angegangen und bis 2030 verwirklicht werden.
  6. Bessere Busverbindungen und höhere Taktfrequenzen bei Bussen und bestehenden Straßenbahnlinien können ohne teuren Ausbau der Infrastruktur schnell realisiert werden. Eigene Busspuren machen aber nur dann Sinn, wenn diese mindestens im 5-Minutentakt für Busse bedient werden, und durch Taxis und Carsharing mit genutzt werden können.
  7. Die Verkehrsplanung muss sich auf das autonome Fahren vorbereiten. Innerhalb des Mittleren Rings könnte dann nur noch öffentlicher Nahverkehr ergänzt um Sammeltaxis und Kleinbusse sowie Angebote mit unterschiedlichen Carsharing-Fahrzeugen stattfinden. Hierdurch entstünde erheblich mehr Platz durch den Wegfall von Parkplätzen, den die Stadt für die Aufwertung des öffentlichen Raums durch mehr Grün und mehr Platz für den Fahrradverkehr nutzen könnte. Die Zufahrt zu Tiefgaragen für den Individualverkehr muss hier aber natürlich weiterhin ermöglicht werden.
  8. So wünschenswert der Neubau einer U 9 quer durch die Innenstadt ist, so wenig wahrscheinlich wird eine umfassende Förderung durch Freistaat und Bund sein. Ein Plan B muss bereits heute entwickelt werden, um die bestehende Überfüllung in den Linien der U3/U6 zu lösen. Eine Lösung der heutigen Probleme durch Bauten, die in 20 Jahren fertig gestellt werden, nützt der Münchner Bevölkerung nichts.
  9. Auch für den Autoverkehr müssen wir Lösungen entwickeln, weil der öffentliche Nahverkehr das Wachstum nicht alleine auffangen kann. Schon heute reicht der Platz auf Ring- und Einfallstraßen nicht mehr für den genauso wachsenden Individualverkehr aus. Dazu brauchen wir eine weiträumige Umfahrung für den Fernverkehr durch die Region genauso wie den Ringschluss und Ausbau des Autobahnrings A99.
  10. Wir wollen eine aufkommensneutrale Tarifreform des MVV, die in die Zukunft weist. Der MVV braucht deshalb die Flatrate für das Stadtgebiet und mindestens für diejenigen damit zusammenhängenden Gemeinden, die München heute noch stark mit Autoverkehr belasten. Nur so kann man den Individualverkehr vermehrt auf die Schiene bewegen. Eine MVV-Reform, die im Wesentlichen die heutigen Ringe in Kreise umbenennt, ist dagegen nicht die Antwort auf den großräumigen Verkehrsbedarf der Bürger. Auch eine zeitliche Begrenzung (z.B. ein 9 Uhr-Ticket) ist wichtig zur Entzerrung des Verkehrs. Bei jeder Tarifreform wird es Gewinner, aber auch einige Verlierer geben, die dann etwas mehr zahlen müssen. Statt Gewinne jenseits von 100 Millionen Euro den Stadtwerken für Investitionen in Windparks in Europa zu überlassen, sollte die Stadt das Geld für den Ausbau des Nahverkehrs und für die Beseitigung von Engpässen im Netz sowie der verbesserten Zuverlässigkeit des Betriebs einsetzen.

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.was-die-partei-von-der-stadt-fordert-muenchen-so-will-die-fdp-den-verkehrskollaps-bekaempfen.36744f2f-b163-4454-9750-937125f378e4.html

 

Pressekontakt:
Fraktion FDP - HUT
Dr. Michael Mattar
Vorsitzender der Fraktion, Mobil: 0172/2607931

fdphut@muenchen.de
https://www.fdp-hut-fraktion-muenchen.de

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