Herausforderungen der Stadtwerke München bei der Umstellung auf Ökowärme

08. April 2016

PRESSESERVICE DER FRAKTION FÜR FREIHEITSRECHTE, TRANPARENZ UND BÜRGERBETEILIGUNG (FDP, HUT, PIRATEN) 08.04.2016

Strategisches Ziel der Stadtwerke München GmbH (= SWM) ist es, bis 2040 die Energieversorgung der Stadt München durch "Ökowärme" (vorwiegend Geothermie) auf 100% erneuerbare Energien umzustellen. Bis 2025 wollen die SWM insgesamt fünf Geothermie-Anlagen in München bauen.

Die Fraktion für Freiheitsrechte, Transparenz und Bürgerbeteiligung stellt daher folgende Anfrage an den Oberbürgermeister:

1.
Wie können die Ziele der SWM kundenfreundlich so umgesetzt werden, dass langfristig alle Kunden ohne Komforteinbußen -  dem Grundlast-Charakter der zukünftigen Geothermie-Heizkraftwerke angemessen - ganzjährig einen zeitlich möglichst konstanten Wärmestrom (die vertraglich vereinbarte Anschlussleistung) abnehmen?
2.
Der im Sommerhalbjahr von den Fernwärmekunden benötigte mittlere Wärmestrom für die Warmwasserbereitung (WWB) beträgt nur einen Bruchteil ( z.B. ca. 25 %) jenes mittleren Wärmestroms ( =100%), der im Winterhalbjahr für WWB + Heizung anfällt.
Wie sollen die Fernwärmekunden im zukünftigen Nieder-Temperatur-Fernwärmenetz in den Sommermonaten den in Relation zur Anschlussleistung bereitgestellten Überschuss an Wärmestrom vor Ort nutzen?
3.
Viele Wärmeübergabestationen (Hausstationen) von Bestandskunden (z.B. Münchner Innenstadt) sind zwar mit Warmwasser-Boilern – zentral für die jeweilige Wohnanlage - bestückt, enthalten aber keine nennenswerten Pufferspeicher für Wärmeenergie zur Versorgung der Heizkreisläufe. Sehen die SWM kundenfreundliche Lösungen, wenn - seriös finanzierbar und umsetzbar - weder die Rohrführungen in den Gebäuden geändert, noch in bis dato „boilerfreie“ Wohnungen neue Speicher oder dezentrale Wärmetauscher  (Wohnungsübergabestationen) eingebaut, noch die Versorgungsschächte der Bäder und Küchen in allen Wohnungen aufgestemmt werden können?
4.
Können die SWM – zumindest ihren Fernwärmekunden von Wohnanlagen im Altbestand  - vertraglich zwei Anschlussleistungen,  eine für das Sommerhalbjahr (Warmwasserbereitung (WWB)) und eine für das Winterhalbjahr (WWB+ Heizung), einräumen und technisch an Komfort erhaltenden Lösungen  mitwirken ?
5.
Die Planungen für eine Geothermie-Anlage beim Heizkraftwerk (HKW) Süd, dessen Fernwärmeleistung u.a. das Dampfnetz der Innenstadt  versorgt, laufen bereits.
Muss der seit mehr als einem Jahrzehnt laufende Umbau des alten Dampfnetzes auf ein modernes Niedertemperatur-Heizwassernetz abgeschlossen sein, um die per Geothermie gewonnene Wärme für die Münchner Innenstadt nutzen zu können?
Pressekontakt:
Fraktion für Freiheitsrechte, Transparenz und Bürgerbeteiligung im Münchner Stadtrat
Thomas Ranft
Mobil: 0178/44 19 003
thomas.ranft@muenchen.piratenpartei.de

www.freiheitsrechte-transparenz-buergerbeteiligung.de

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